Traditioneller Perchtentanz in Bad Reichenhall

Perchtentanz

Es gab eine Zeit da dauerte der Winter fast eine halbes Jahr. Man kann sich vorstellen wie entbehrungsreich und sorgenvoll diese Zeit für die damaligen Menschen war. Die Sehnsucht nach dem Frühling, einem wiederaufblühen des Lebens war groß. Die Rauhnächte sind die zwölf Nächte nach Heilig Abend in denen der Winter und die bösen Geister ausgetrieben werden sollen, welche für Krankheiten und Unheil verantwortlich waren. In vielen Kulturen ist das Räuchern als reinigende Maßnahme gegen böse Geister und Dämonen verbreitet. Die Rauhnächte verdanken diesem Räuchern ihren Namen, deshalb werden sie auch ab und zu Rauchnächte genannt. In den letzten Jahren hat es sehr viele Verwechslungen zwischen dem Brauchtum der Perchten und dem des Krampus gegeben, was dazu führte dass die Perchten und Krampuse oftmals zusammen auftraten! Dies ist aber so nicht richtig. Der Krampus ist auschließlich in der Vorweihnachtszeit unterwegs und tritt nur in Begleitung des Heiligen Nikolaus auf. Die Perchten gehören zur Nachweihnachtszeit und können auch alleine auftreten. Der äußerliche Unterschied liegt in der Anzahl der Hörner. Perchten haben zwischen vier und sechs Hörner auf der Maske, während ein Krampus nur zwei Hörner hat. Doch woher kommt der Name Percht eigentlich? Die Frau Percht ist eine Sagengestalt welche auch Perchta genannt wird. Der früheste Schriftbeleg über Perchta stammt aus dem elften Jahrhundert. Die Frau Percht symbolisiert die negative Seite des Winters mit all seiner Härte und Kälte sowie das Böse. So ist das Brauchtum daraus entstanden dass junge Bauernburschen sich verkleideten um mit lautem Geschrei und Glockenrasseln den Winter und die Frau Percht zu vertreiben.


Perchta ist eine alte germanische Gottheit. Ihr althochdeutscher Name "Beraht" oder "Bereht" bedeute soviel wie die Glänzende. So wird sie in manchen historischen Darstellungen einmal als junge hübsche weißgewandete Frau oder als alte hagere Frau beschrieben. Perchta wird oft mit der Göttin Frau Holle gleichgesetzt welche der Landschaft ein weißes Winterkleid verleiht indem sie ihre Betten ausschüttelt. Perchta hatte die Angewohnheit des Nachts durch die Scheiben der Leute zu schauen und diesen einen Besuch abzustatten. Den Fleißigen ließ sie ein kleines Silberstück da, den Faulen hat sie mit ihrer Schere den Bauch aufgeschnitten, diesen mit Steinen gefüllt und sie dann in den Dorfbrunnen geworfen!

Kraxenmann mit Fackel
Waldmandl

Der Kraxenmann und das Waldmandl führen die Perchten an und leuchten ihnen den Weg aus. Sie haben die Verpflegung für die jungen Bauernburschen dabei, die zur Stärkung auf dem langen Weg von Haus zu Haus dient.